Virtual Reality for real
Wenn Ende der 80er, Anfang 90er von der "Zukunft des Gamings" gesprochen wurde, zeigte man den Leuten Spots und Bilder, in denen schlecht gekleidete und frisierte Menschen klobige Virtual Reality-Brillen und -Handschuhe in (für die damaligen Verhältnisse) wahnsinnig imposanten, viel zu bunten Polygon-Welten umherliefen. Problem an diesen Dingern war aber, dass sie a) undbezahlbar waren, b) aufgrund der (damals) hohen Rechenleistung kaum Interaktivität boten und c) sie bei der besch****nen Grafik eh keiner mit Geschmack gekauft hätte. Nun, es heißt: "Die Zukunft ist heute!" und sie wird passieren.

Doom 4 ist offiziell angekündigt! Das kommt jetzt wenig überraschend. Viel imposanter ist die Tatsache, dass dies der erste Titel sein wird, welcher die Virtual Reality-Brille "Oculus Rift" und der darin enthaltenen 3D-Technologie unterstützt. Ein Kindheitstraum wird wahr: Brille auf, Controller in die Hand und mit dem Game vollendst verschmelzen. Und wenn man den Kopf dreht, bewegt sich der Blickwinkel mit. Und das in einem bezahlbaren Rahmen? Zeigt sich hier etwa die wahre Next Gen-Technologie? Wie gesagt ist die Idee nicht neu. Sogar uralt. Aber viele nahmhafte Studios, darunter auch Valve und Activision, haben bereits großes Interesse an der Hardware bekundet. Allen voran John Carmack, Mitbegründer von id software und Schöpfer der Doom-Reihe, der auf das Teil abgeht wie sonst keiner.

Laut Carmack liegt die Next Gen der Spiele nicht in neuen Konsolen, sondern in neuer Zusatz-Hardware, die dem Spieler das Spiel näher bringt. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit in der goldenen Mitte … was die Oculus Rift dadurch aber nicht weniger interessant macht. Bereits nach drei Tagen konnte das Projekt über dem Vorfinanzierungsportal Kickstarter über eine Million Dollar sammeln - und das, obwohl die Verantwortlichen nur ein Drittel zur Verwirklichung benötigten. Da scheint bei einigen ihre Kindheitsträume durchgegangen zu sein. Ich kann's verstehen.

Bereits das Remake des dritten Doom-Spiels, die BFG Edition, welche Ende diesen Monats erscheinen wird, soll mit der VR-Brille zu spielen sein. Erste Programmzeilen finden sich bereits in dem Spiel und ich gehe von einem Patch aus, sobald die Brille die Regale füllt. Doch redet man hier von einer reinen Adaption. Doom 4 allerdings, welches sich laut Carmack bei seinen Schergen von id software in Entwicklung befindet, wird sich hauptsächlich an dieser Technologie ausrichten. Momentan arbeitet man wohl noch an der Auflösung der Brillen, was in Zeiten von Retina-Displays aber kein Problem werden sollte. Kritiker sind begeistert und es bleibt spannend, wie sich die Sache weiter entwickeln wird.

Für alle Interessierten findet ihr hier ein Interview mit Carmack bei den Kollegen von gametrailers.com, wo er die neue Technologie vorstellt und hier den Kickstarter-Trailer zur Oculus Rift selbst.

Ich persönlich kann mit diesem 3D-Hype nichts anfangen und finde es bei Filmen, besonders bei Spielen, völlig überbewertet. Denn hier wird großteils mit dieser (sogar oft schlecht nachgerenderten) Effekthascherei fehlender Inhalt und Innovation überschattet. Aber ich muss sagen, dass mich das Spielen mit so einer Brille schon reizt. Wie seht ihr das? Ist das wirklich der Weg zur Next Gen von Spielen? Und wie "bezahlbar" müsste die Brille ausfallen, damit ihr euch den Spaß gönnt?


UPDATE:
Notch kann es laut Twitter ebenfalls kaum erwarten Minecraft und 0x10c ebenfalls zukünftig mit der Oculus Rift zu spielen. Das Projekt läuft noch 24 Tage auf Kickstarter und bis dahin wird man mit weiteren Neuigkeiten zur Technologie wohl noch mindestens warten müssen.