PEGI bestimmt ab heute Altersfrei...
Nein, (leider) nicht in Deutschland. Aber nach langen Debatten und Diskussionen wurde vor kurzem endgültig beschlossen, dass sich die Altersfreigaben im Vereinigten Königreich ab sofort nach der PEGI und nicht mehr nach der BBFC richten werden. Ob sich das Modell auch bei uns durchsetzen kann wird sich zeigen müssen. Im Lande der Chips and Fish scheint man von dem System aber mehr als überzeugt …

Im Rest Europas verteilt die PEGI bereits unverbindliche Altersfreigaben für Videospiele. Nun übernimmt auch Großbritannien das System. Damit wird die BBFC in Zukunft nur noch Filme beurteilen, während das Videospiel-Segment nun konform mit Europa geht. Ganz Europa? Nein. Denn ein kleines gallisches Dorf namens Deutschland wehrt sich weiterhin erbittlich gegen das von vielen Gamern herbei gesehnte Bewertungssystem. Jetzt wo Großbritanien auch nach PEGI schlägt sind nur noch wir Deutschen die Nation mit den strengsten Auflagen für den Verkauf von Videospielen.

Naja, fast: Denn während andere Länder die PEGI-Altersfreigaben nur als unverbindliche Empfehlung sehen, gelten die von der PEGI erteilten Ratings in Großbritannien als verbindlich. Bedeutet, dass man Spiele nur erhält, wenn man das geforderte Mindestalter erreicht oder überschritten hat. (Also ähnlich wie die Bestimmungen in Verbindung mit der deutschen USK bis auf den Unterschied, dass die PEGI nicht zensiert.)

Mit harten Strafen möchte man den Schutz des Gesetzes untermauern. So drohen Händlern, die einen Verstoß gegen die Richtlinien begehen, eine Strafe von bis zu sechs Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe in Höhe von 5000,- britischen Pfund (circa 6400,- Euro). Dies gilt selbst für Spiele mit einer Freigabe ab 12 Jahren, die unter dem alten BBFC-System noch frei verkäuflich waren.

Durch die Vereinfachung des Rating-Systems erhofft man sich in Großbritannien eine für Konsumenten nachhaltig transparente Bewertung. Ed Vaizey, seines Zeichens britischer Kulturminister, erklärt hierzu:

"Das Vereinigte Königreich hat eine der dynamischsten und innovativsten Videospiel-Industrien der Welt und die Spiele, die sie produziert, unterhalten nicht nur Millionen, sondern können auch erziehen oder Kreativität fordern."


Vor allem die Zusatzinformationen der PEGI-Kennzeichnungen auf den Spieleverpackungen, wenn etwa ein Spiel beispielsweise beängstigende Inhalte, Gewalt, Kraftausdrücke, Alkoholkonsum etc. pp. enthält, scheinen die britischen Machthaber demnach zu dieser Reform bewegt zu haben. Genauso wie die Tatsache, dass man in Europa nun ein einheitliches System hat, das für alle Länder (ausgenommen Deutschland) gültig ist.

"Die heutige Vereinfachung des Rating-Systems fördert sowohl die Industrie, als auch die Käufer und wird dazu beitragen sicher zu stellen, dass Millionen von Spielen, die im Vereinigten Königreich verkauft werden, von der Zielgruppe gespielt werden, für die sie bestimmt sind."